19. Februar 2012

Oma Annas schwäbischer Kartoffelkuchen



Wer kennt sie nicht, die wunderbaren Rezepte der Mütter und Großmütter, die soviel positive Erinnerungen an schöne Momente hervorrufen? Mit denen man wohlige Geborgenheit, unbekümmerte, gar sorglose Zeiten und Genuss verbindet. Rezepte, die niemand so vollendet zuzubereiten vermag oder vermochte. Und hat man noch so gut aufgepasst. 
Waren es die besonderen Zutaten? Waren es die Arbeitsmittel? War es das besondere Talent? Vielleicht war es auch eine Prise von allem. Aber ganz bestimmt ist es auch das Quentchen der Erinnerung, das zur Vollendung eines bestimmten Gerichts fehlt. Aber lasst uns genießen, lasst uns in Erinnerungen schwelgen und uns an die glücklichen Tage zurück erinnern, an denen uns jedes dieser Gerichte pures Wohlbefinden schenkt.


Dieser Kartoffelkuchen wurde von meiner Großmutter regelmäßig zubereitet, als kinderfreundliches Pendant zum schwäbischen Zwiebelkuchen. Sie machte immer mehrere von den salzigen Kuchen: "Die Arbeit bleibt die Gleiche, ob ich einen oder mehrere Kuchen mache." Oma war das nie zuviel. Dann durfte die ganze Familie teilhaben und der Opa wurde als "Kartoffelkuchen-Express" zu den Kindern und Enkeln geschickt. Die Sehnsucht nach diesem Kartoffelkuchen hat sich weiter vererbt. Auch ihr ältester Urenkel, unser Großer (10 Jahre), fragt regelmäßig, wann man denn wieder zur Oma gehe, Kartoffelkuchen essen. Leider übersteigt heute die Regelmäßigkeit des Koch- und Backevents ihre körperliche Konstitution. Dennoch, von Zeit zu Zeit lässt sie es sich nicht nehmen, mit 85 Jahren...


Der Boden besteht aus einem Hefeteig:

  • 10g Hefe, 2 EL Schweineschmalz und 1/8 l Milch in den Mixtopf im Mixtopf bei 37°C für zwei Minuten erhitzen
  • 200g Mehl und 1 TL Salz hinzugeben und 3 Minuten auf der Knetstufe kneten
  • Den Teig zu einer Kugel formen und abgedeckt gehen lassen (mind. 45 Minuten)
Die Belag:
  • 600g mehlig kochende Kartoffeln waschen, schälen und kochen
  • 1/8l Milch in einem weiten Topf erwärmen, 2 EL Butter und 2 EL Schweineschmalz in der Milch auflösen
  • Die noch warmen Kartoffeln durch eine Spätzlepresse (oder Kartoffelpresse) in die warme Milch drücken.
  • Die Masse mit einem Rührlöffel zu einem Kartoffelpüree vermengen.
  • Mit Salz, Pfeffer und Muskat gut würzen
  • Den Hefeteig auswellen und in eine gefettete oder ausgelegte Springform (28cm) geben

Der Guss:
  • 200g saure Sahne, 3 Eigelb, 4 EL Mehl und 1 Prise Salz verrühren
  • Die drei Eiweiß zu steifem Schnee schlagen und vorsichtig unter die Rahmmasse heben

Fertigstellen des Kuchens:
  • 3 EL der Rahmmasse/Guss unter die Kartoffelmasse heben
  • Die Kartoffelmasse auf den Hefeteigboden geben, glattstreichen
  • Den Rahmguss auf die Kartoffelfüllung geben
  • Nach Belieben mit Speckstreifen und/oder Kümmel belegen
  • Im vorgeheizten Backofen bei 180°C ca 40 Minuten backen (Sollte der Belag zu dunkel werden, die Form mit Alufolie abdecken)

Auch am nächsten Tag schmeckt der Kuchen, kurz aufgebacken im Backofen immer noch!
Dazu passt immer ein Salat, Oma holte stets den frischen Kopf- oder Feldsalat aus dem Garten.


Nachtrag: Meine Oma hat inzwischen diesen Post gelesen und sich sowohl darüber, als auch sehr über das Lob von Euch allen gefreut!

Kommentare:

  1. Ohhh, da bekomme ich Appetit, lieben Gruß auch an Deine Oma
    Gaby

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  2. Wohl dem, der noch eine Oma hat, die man nach solchen alten Familien-Rezepten fragen kann.

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  3. un vrai régale et bien moelleux, bravo

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  4. Je vous remercie, cher Beth!
    Oui, le gâteau est vraiment humide et très savoureux ...

    Liebe Gaby, ich richte die Grüße gerne aus. Ich bin gespannt, was sie zu meinem Post sagen wird.

    Ti saluto Ticino: das sind wahre Worte. Ich bin so dankbar dafür, dass wir sie noch haben.

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  5. Huhu liebe Tanja,

    Mama´s und Oma´s Rezepten sind immer die besten!
    Schön wenn man sie noch hat, die Mama und Oma´s, was gäbe ich dafür wenn....

    Ganz liebe Grüße
    Irène

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  6. Ja, liebe Irène,
    daher schätze ich es so, noch eine Oma zu haben. Ich habe bei ihr als Kind viel, viel Zeit verbracht.

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  7. Oh. Da kommen ganz tief verborgene Erinnerungen zum Vorschein. Danke!

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  8. Tanja,
    schön wenn man noch eine Oma hat. Tolles Rezept, so noch nie gesehen.
    Schmeckt bestimmt gut mit Salat.

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  9. Liebe Sybille,
    Salat muss unbedingt dazu sein, (ohne Salat geht es bei mir nie) da hast Du recht.
    Danke für Dein Lob!

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  10. Liebe Tanja,

    heute gab es Oma Annas Kartoffelkuchen, mit Salat.
    Es hat alles bestens geklappt und der Kuchen hat sooooo fein geschmeckt. Dieser grandiose Kuchen wird es bestimmt wieder geben. Ganz liebe Grüße
    Gaby

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  11. Wie mich das freut!!!!!!
    Liebe Grüße zurück!

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